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Es werden Posts vom Oktober, 2022 angezeigt.

Frei und geliebt

Dieser Blog begann einmal mit einer Hoffnung. Mit einer klaren Vision für meine Kinder: dass sie frei sein dürfen – frei in ihren Gefühlen, ihren Wünschen und Bedürfnissen. Dass sie gesehen werden, ernst genommen, respektiert. Und vor allem: dass sie sich bedingungslos geliebt fühlen.

Als ich diese Seite ins Leben rief, hätte ich mir niemals vorstellen können, diese Zeilen eines Tages aus einem Gefängnis heraus zu schreiben. Ein Ort, der kaum weiter von dem entfernt sein könnte, wofür dieser Blog steht. Dass es möglich ist, eine Mutter ins Gefängnis zu bringen, lediglich weil sie den ausdrücklichen Willen des Kindes nicht brechen wollte, hätte ich nie für möglich gehalten. Und doch bin ich genau hier gelandet.

Auch meine Kinder leben inzwischen in Verhältnissen, die mit Freiheit wenig zu tun haben. Julia* in einem Kinderheim, fern von dem Leben, das sie sich wünscht. Charlie*, die sich seit Jahren nicht mehr frei und unbefangen äußern kann.

Seit ich hier bin, begleiten mich diese Themen Tag für Tag. Manches, was ich erlebe, sind kleine Alltagsgeschichten aus dem Gefängnis, manchmal nur ein flüchtiger Gedanke. Einiges ist leicht und beinahe zum Schmunzeln, anderes macht eher nachdenklich. Ich habe nun Zeit – mehr Zeit, als mir lieb ist – und möchte euch mitnehmen. In meine Gedanken. In meine Erlebnisse. Und in eine Geschichte, die komplizierter ist, als sie auf den ersten Blick erscheint…

*Namen geändert

Eure Anette 12.01.2026

Fassungslosigkeit

  Was ist los in unserem Rechtsstaat? Ein fünf Wochen altes Neugeborenes, was aus den Armen seiner nachweislich gesunden und stillenden Mama gerissen wird um dann zuerst völlig fremden Pflegepersonen, dann dem unter Pädophilieverdacht stehenden Vater zugeführt zu werden. Das ist in der Nacht von Donnerstag auf Freitag hier mitten in Deutschland mithilfe von einem ganzen Aufgebot an Polizisten geschehen. Ich habe Mutter und Kind persönlich kennen lernen dürfen und ein vollgestilltes Neugeborenes erlebt, was stets liebevoll von seiner Mama umsorgt wurde. Was ist los in unserem Rechtsstaat? Was ist eine Mutter heute noch wert? Wie wird die Bindung zwischen Mutter und Kind hier mit Füßen getreten? Ist es das, was wir für unsere Kinder wollen? Warum fügt man einem Neugeborenen, was bisher beinah ununterbrochen an der Brust seiner Mutter war, hier alle Geborgenheit und Fürsorge bekommen hat, die es brauchte, solch ein Trauma wissentlich zu? Warum fügt man Mutter und Kind solch ein Trauma...