Direkt zum Hauptbereich

Posts

Es werden Posts vom Oktober, 2021 angezeigt.

Frei und geliebt

Dieser Blog begann einmal mit einer Hoffnung. Mit einer klaren Vision für meine Kinder: dass sie frei sein dürfen – frei in ihren Gefühlen, ihren Wünschen und Bedürfnissen. Dass sie gesehen werden, ernst genommen, respektiert. Und vor allem: dass sie sich bedingungslos geliebt fühlen.

Als ich diese Seite ins Leben rief, hätte ich mir niemals vorstellen können, diese Zeilen eines Tages aus einem Gefängnis heraus zu schreiben. Ein Ort, der kaum weiter von dem entfernt sein könnte, wofür dieser Blog steht. Dass es möglich ist, eine Mutter ins Gefängnis zu bringen, lediglich weil sie den ausdrücklichen Willen des Kindes nicht brechen wollte, hätte ich nie für möglich gehalten. Und doch bin ich genau hier gelandet.

Auch meine Kinder leben inzwischen in Verhältnissen, die mit Freiheit wenig zu tun haben. Julia* in einem Kinderheim, fern von dem Leben, das sie sich wünscht. Charlie*, die sich seit Jahren nicht mehr frei und unbefangen äußern kann.

Seit ich hier bin, begleiten mich diese Themen Tag für Tag. Manches, was ich erlebe, sind kleine Alltagsgeschichten aus dem Gefängnis, manchmal nur ein flüchtiger Gedanke. Einiges ist leicht und beinahe zum Schmunzeln, anderes macht eher nachdenklich. Ich habe nun Zeit – mehr Zeit, als mir lieb ist – und möchte euch mitnehmen. In meine Gedanken. In meine Erlebnisse. Und in eine Geschichte, die komplizierter ist, als sie auf den ersten Blick erscheint…

*Namen geändert

Eure Anette 12.01.2026

Wieviel Kontaktverlust zwischen Mama und Grundschulkind ist in Ordnung?

Der Kontaktverlust zwischen Vater und Kindern wird nach fünf Wochen hochgradig kindeswohlgefährdend, das ist mir inzwischen bekannt – so kindeswohlgefährdend, dass man eine Traumatisierung der Kinder durch Trennung von der Mutter mit Polizeigewalt und wochenlangem Kontaktverlust zur Mutter hinnimmt. Doch was ist mit einem Kontaktabbruch zwischen Mama und Kind, wenn das Kind ausdrücklich den Kontakt zur Mama wünscht, eine enge Bindung zu ihr hat, ja sogar bei ihr leben will? Meine sechseinhalbjährige Tochter Charlotte* hat nun seit dem 05. Juni 2021, seit beinah 5 Monaten keinen Besuchskontakt mehr zu mir – zunächst vom Vater eigenmächtig verweigert, sodann auch gerichtlich in seinem Verhalten unterstützt. Seit dem 27. Juli 2021 gibt es ein Umgangsverbot zwischen meiner zauberhaften Charlotte und mir – weil ich Julia*, der großen Tochter, im Rahmen der begleiteten Kontakte zur Flucht von ihrem Vater verholfen haben soll, so heißt es in dem Beschluss. Weil Julia also nicht mehr bei i...

vier Monate gemeinsame Zeit

Heute vor vier Monaten kam meine Julia* zum wiederholten Male – entgegen der gültigen Sorgerechtsregelung – eigenständig zu mir. Ich war gerade verabredet am Maschsee. Da rief sie mich an: sie sei bei mir zu Hause, aus der Schule zu mir gekommen anstatt in den Hort zu gehen, aus dem sie dann von ihrem Vater abgeholt würde. Ob ich kommen könnte, sie möchte nicht zurück zu ihrem Vater. Sofort machte ich mich auf den Rückweg, beeilte mich. Seit sie das erste Mal mit ihrer jüngeren Schwester zweieinhalb Monate zuvor am Ostersamstag diesen Jahres von ihrem Vater weggelaufen war und sie anschließend zum Ende der Ferien mit Polizeigewalt von mir getrennt wurde, hatten wir uns nur noch vier mal für zwei Stunden unter Aufsicht gesehen. Wir schlossen uns 45 Minuten später selig in die Arme. Dann informierte ich schnellstens Jugendamt, Polizei und ihren Vater. Schon einmal hatte man mir vorgeworfen, ich hätte die Flucht der Kinder initiiert, da ich nicht UNMITTELBAR den Vater informiert hatte. ...